Hausbriefkasten nach DIN EN 13724

Warum gibt es bei Briefkästen eine DIN-Norm?

Hausbriefkästen sollten nach Möglichkeit der DIN EN 13274 entsprechen. Warum ist das so?

Zunächst, was uns Wikipedia dazu schreibt:

Ein Hausbriefkasten oder Privatbriefkasten ist ein Briefkasten, in den Zusteller Postsendungen einwerfen, um sie damit beim Empfänger abzuliefern. Sie dienen dazu, die Postsendungen in Abwesenheit des Empfängers geschützt deponieren zu können und die Zustellung schnell durchführen zu können. Private Briefkästen können beispielsweise im Hausflur von Mietshäusern angebracht, in die Hausfassade oder in die Haustür eingelassen, an der Hausfassade oder vor dem Haus an einem Gestell montiert oder an der Grundstücksgrenze an einem Pfahl befestigt sein.

Geschichte

Nach einigen Informationen wurden im 16. Jahrhundert in den Kirchen von Florenz hölzerne Kästen, tamburi genannt, aufgestellt, in denen die Bevölkerung anonyme Anzeigen für die Regierung einlegen konnte, um diese vor Anschlägen und Verbrechen zu warnen. Später sollen diese Kästen von den Briefboten dazu benutzt worden sein, auch die Post, welche an die Geistlichen gerichtet war, dort eingeworfen zu haben. Diese Briefkästen sind also eher die Vorfahren der heutigen Hausbriefkästen.

Bei Mehrfamilienhäusern war es im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Österreich üblich, dass der Portier die Post für sämtliche Mieter entgegennahm und ihnen aushändigte, ähnlich dem französischen Concierge. Für deutsche Mehrfamilienhäuser wurde in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren ein Zuschuss von der Deutschen Bundespost an den Hauseigentümer in Höhe von 10 DM je Briefkasten gezahlt, wenn statt der Türbriefkästen an den einzelnen Wohnungstüren Hausbriefkästen im Erdgeschoss angebracht wurden, was dem Zusteller das Treppensteigen ersparte. In ländlichen Gebieten setzten sich Briefkästen an den Häusern teilweise erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch, zumal die klassische Hausfrau tagsüber meist anwesend war und Post entgegennehmen konnte.

Bei Einfamilienhäusern ist zuweilen eine Einwurfklappe direkt in die Haustür eingelassen. Manchmal kann die Post innen einfach zu Boden fallen, ohne von einem Behälter aufgefangen zu werden. Mietshäuser wurden früher häufig mit mehreren einzelnen Briefkästen im Hausflur ausgestattet. Heute kommen stattdessen sogenannte Briefkastenanlagen zum Einsatz, die mehrere Briefkästen in einem Gehäuse zusammenfassen. Neben der Haustür eingelassene Durchwurfanlagen ermöglichen den Einwurf von außen und die Entnahme von innen.

Logo des Deutschen Instituts für Normung DIN EN 13724
Bereich Postalische Dienstleistungen
Titel Einwurföffnungen von Hausbriefkästen
Kurzbeschreibung: Anforderungen und Prüfungen
Letzte Ausgabe 2016-08
ISO /

Abmessungen

In der Europäischen Union sind Mindestabmessungen und andere Anforderungen an Briefkästen in der EN 13724 geregelt. Die Mindestgröße orientiert sich unter anderem an einem Prüfumschlag im Papierformat C4. Dieser muss ohne falten problemlos und unbeschädigt eingeworfen werden können. Die Einwurföffnung muss mindestens 30 mm hoch und 230 mm breit sein. Es gibt bereits eine Reihe von Verfahren, in denen eine Mietminderung wegen Nichteinhaltung der Norm (Mindestgröße) vor Gericht bestätigt wurde. Vermieter versuchen zwar, Ansprüche auf einen Briefkasten nach aktueller Norm zu verweigern, wenn der alte Briefkasten bei Einzug akzeptiert wurde, Gerichte sprachen Mietern aber trotzdem eine Mietminderung zu, weil man beim Anmieten einer Wohnung nicht zuerst danach schaut, wie groß der Briefkasten ist. Ein Mieter akzeptiere einen mangelhaften Briefkasten als solchen nicht allein durch Anmietung der Wohnung, es bestehe gemäß § 535, 536 BGB Anspruch auf Einbau eines Briefkastens nach aktueller Norm.

 

Was die Deutsche Post zu diesem Thema schreibt, finden Sie hier: Deutsche Post Hausbriefkästen

Achten Sie also beim Briefkasten-Kauf auf den Hinweis auf die DIN EN 13274 (Unsere Briefkästen sind größtenteils nach dieser DIN gefertigt, siehe beim Produkt den Hinweis “EN-konform”)